galerie julia garnatz
Katarina Lönnby
03.03.2007 - 14.04.2007

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Katarina Lönnby
6. März bis 14. April 2007
Vernissage: Samstag 3. März 2007, 15 - 18 Uhr

Die Ausstellung zeigt zum ersten mal in Deutschland Arbeiten der 1967 geborenen, in Stockholm lebenden Katarina Lönnby. In Schweden schon sehr erfolgreich, hat die Künstlerin dort bereits Arbeiten in bedeutenden privaten wie öffentlichen Sammlungen, so z.B. dem Moderna Museet in Stockholm oder Göteborgs Konstmuseum.
Lönnby arbeitet mit Acryl auf Leinwand, in Mischtechnik auf Papier und schafft Skulpturen aus vorgefundenen Materialien. Malerei, Zeichnung und Skulptur sind im Œevre der Künstlerin eng miteinander verknüpft, scheinen zuweilen einander zu bedingen. Oft findet man die Gestalten der kleinen Assemblagen in Gouachen und Bildern wieder. Ihre Arbeiten zeigen erzählerisch Momentaufnahmen von märchenhaft versponnenen Traumwelten und Figuren, die einer kindlichen Geister- oder skandinavischen Fabelwelt entlehnt scheinen. Häuser, Wälder, Schiffe, Spielplätze und nordische Landschaften bilden den Raum, den Hintergrund oder den Körper für die mystischen, zuweilen lyrischen Ereignisse. Kinder, Katzen, Babuschkas, Trachtenmädchen und Geister sind ihre Protagonisten.

Doch der liebliche Aspekt ist nur vordergründig. Die auf den ersten Blick vermeintlich niedlich leichten Bildkompositionen erweisen sich auf den zweiten Blick als nicht fassbare Szenen. Sie könnten dem Unterbewussten entsprungen sein: eine verborgene Ansammlung von Traumbildern, was durch die Medien Collage und Assemblage unterstützt wird. In Muscheln und Schneckenhäusern klingen erotische Bezüge an. Blut tropft aus verletzten Händen, die noch gerade rettend ihre vermeintlich wertvolle Fracht, ein Bund Lose aus einer Tombola, ein ungewisses Glück, empor halten. Figuren fehlen Körperteile. Schachtelteufel in Form von Babuschkas springen unvermittelt auf und verwundern ihre Befreier mehr als dass sie diese erschrecken. Mädchen haben die Augen verbunden oder tragen Augenklappen wie Piraten. Katzen dirigieren ein kleines Riesenrad oder eine wild schaukelnde kleine Bande von Fabelwesen. Isolierte Figuren wenden sich kindlich Hilfe suchend an den Betrachter. - Wir blicken wie durch ein Fenster in eine andere, fremde und befremdliche Welt, die autark neben der unseren existiert.


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